Derzeit sind besonders Vorhersagen zum Ausgang der Fußballweltmeisterschaft im Umlauf. Mathematisch basierte Vorhersagen sind hier jedoch fast unmöglich. Zwar lässt sich die spielerische Qualität einer Mannschaft vorab abschätzen, doch Faktor Mensch und Faktor Glück im Spiel bleiben stets unberechenbar. Anders sieht es beim Wetter aus. Inzwischen gibt es eine ungefähre Vorhersage über eine ganze Woche im voraus und eine meist zutreffende für die nächsten 24 Stunden - und das auch bei den schwierigen, komplexen Wetterbedingungen in unseren Breiten.Der Deutsche Wetterdienst berechnet diese Prognosen mit einem Großrechner, der etwa mit der Leistungsfähigkeit von 50 000 PCs vergleichbar ist. Entscheidend ist aber nicht nur die Hardware, sondern auch die Software. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach haben dazu ein Modell entwickelt, in das in etwa alle Eventualitäten des Wetters zu beinhalten versucht. Ein Modell ist immer ein möglichst nahes Abbild der realen Welt. Eine Prognose ist aber immer nur so gut wie die Meß- bzw. Ausgangsdaten, auf denen sie basiert. Im Falle des Deutschen Wetterdienstes sind dies täglich 20 Millionen Datensätze, mit denen der Großrechner täglich gefügter wird. 11000 Boden- und Radarstationen, 2800 Schiffe, 750 Bojen, 300 Flugzeuge, 1800 Wetterballone und 14 Satelliten liefern täglich 20 Millionen Datensätze aus aller Welt. Der Rechner ist in der Lage, innerhalb von 20 Minuten eine zuverlässige Vorhersage zu erstellen. In dem Modell der Meteorologen wird die komplette Erdkugel mit einem Netz überzogen, das in Europa und speziell in Deutschland extrem engmaschig wird. Für jede Zelle berechnet der Computer das vermutete Wetterszenario und fügt es zu einem Gesamtbild zusammen. Für lokale Bereiche ist bei der Engmaschigkeit in Deutschland heute bereits eine Vorhersage auf 2,8 Km genau möglich