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Istanbul - Zwischen Orient und Euro-Cent
Schick, modern, globalisierungsgestählt - die Türkei der letzten Jahre ist eine Erfolgsgeschichte, mit der so niemand gerechnet hat. Ein Erfolg, der sie selbstbewusst in den Club der Europäer drängen lässt.
Die Bosporus-Metropole feiert sich als europäische Kulturhauptstadt.Ein prall gefüllter Veranstaltungskalender soll Millionen Touristen nach Istanbul locken und Aufmerksamkeit auf ein ganzes Land lenken, das als EU-Kandidat glänzen möchte.

Burhan Yurtseven ist das, was man einen Kosmopoliten nennt. In der Türkei geboren, in Deutschland aufgewachsen, arbeitet er nun für einen amerikanisch-deutschen Immobilienfonds in der Stadt seiner Wahl - Istanbul. Hier schlägt das wirtschaftliche Herz der Türkei, schießen wegen der großen Nachfrage nach Büroflächen Immobilienpreise in Schwindel erregende Höhen.

"Hier sehen Sie einfach die Entwicklung, die diese Stadt noch macht", schwärmt der Immobilienfachmann. "In Deutschland werden Sie vielleicht vorhandene Baulücken schließen, in einem Segment, das schon in sich geschlossen ist. Aber hier sieht man, was für ein Potential die Stadt hat. Wenn Sie nach hinten sehen, sehen Sie was für eine Urbanisierung da im Moment ist. Wir sind hier in der Mitte von Istanbul, einer der besten Orte von Europa und Sie haben noch so eine Urbanisierung. So was finden Sie in Deutschland nicht. Das heißt, Sie können hier mitwirken, hier entwickeln. Das ist sehr wichtig."

Eine Herausforderung, die ihn vor vier Jahren vom Rhein an den Bosporus gelockt hat. Binnen kürzester Zeit war er der Metropole, die er nur aus dem Urlaub kannte, erlegen."Istanbul ist eine lebende Stadt, eine pulsierende Stadt, eine sehr junge Stadt, eine aufregende Stadt." Eine Stadt, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vereint.

Teil 1 - Blechlawine und Bahnverbindung
Der Preis für den türkischen Wirtschaftsboom ist das allgegenwärtige Verkehrschaos. Eine Rush-Hour gibt es in Istanbul streng genommen nicht. Eigentlich ist die Stadt fast den ganzen Tag dicht. In den vielen engen Straßen der Metropole wird schon eine einzige Baustelle zur Geduldsprobe.
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Teil 2 - Blech für die Welt
Klammheimlich ist das Land am Bosporus zu einer der größten Autoschmieden für Europa geworden. Und die Autoindustrie zu einem der Zugpferde des wirtschaftlichen Aufschwungs. Die Türkei ist fester Bestandteil im weltumspannenden Produktionspuzzle der großen Autokonzerne.
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Teil 3 - Die Verlierer des Booms
Auch mitten in der Boomtown Istanbul leben Menschen, die aus eigener Erfahrung wissen, was der Begriff Armutsgrenze bedeutet. Ihnen bleibt oft nur Istanbuls Hinterhof. Einige Stadtteile hat die Verwaltung zu Sanierungsgebieten erklärt. In vielen Fällen findet die Sanierung mit der Abrissbirne statt. Die Menschen, die in den Ruinen leben, verlieren damit selbst das schäbige Dach über dem Kopf.
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Teil 4 - Mode und Moral
Lange war die türkische Modebranche vor allem eines: bescheiden, bieder und billig. Damit soll endlich Schluss sein.Istanbul will zu den Modemetropolen der Welt aufschließen. Kulturhauptstadt-Publicity als Rückenwind auch für türkische Designer. Künftig soll hier Mode erdacht und nicht nur für andere gemacht werden.
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Teil 5 - Vollgas Richtung Europa
Nicht mal Mode ist am Bosporus nur eine Frage des Stils. Sie ist auch eine Frage von Religion und Politik. Die Kopftuchfrage hat innenpolitisch beinah eine Regierungskrise ausgelöst. Auch außenpolitisch liefert sie im Streit um eine EU-Mitgliedschaft der Türkei immer wieder Sprengstoff.
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Sendedaten
Freitag, 23. Juli 2010, 21.30 Uhr

Erstausstrahlung

Wiederholung im ZDF in der Nacht zum Samstag

Wiederholung auf 3sat am Samstagmorgen um 6.30 Uhr
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LupeFilm von Michaela Sesterhenn
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